Eine Kurzübersicht über die Renngeschichte der Riley Fahrzeuge

 

"As old as the Industry, as modern as the Hour" war nicht nur aus technischer Hinsicht der Slogan der Firma. Die Renngeschichte startete parallel zur Straßenproduktion mit den sog. "Red-Wingern". Es gibt ein schönes Buch über diese Ära (siehe Links).



Die "side valve cars" waren mit dem Vorgänger der nun bekannten 9 und 12 hp Motoren bestückt und besaßen einen Motor mit doppelter obenliegender Nockenwelle (high-camshaft engine). Diese Motoren hatten ca. 11 hp (horse power, allerdings auf Basis der Besteuerung) und einem 9 Zoll (Wheelbase) Chassis ohne Vorderradbremsen. Diese Fahrzeuge wurden sehr oft auch als sog. Sand-Racer am Strand eingesetzt.

Riley selbst baute dann die weiteren Modelle als "Two-Seater-Sports" welche auf der Basis des Brookland 9 Chassis gebaut wurden aber auch einen Motor mit 1.645 ccm hatte um somit in der 1.500 ccm Klasse zu liegen. Die Karroserien waren aus Aluminium. Im Gegensatz zu den Straßenversionen besaßen die Renn- bzw. Sporting Versionen immer ein Underslung Chassis. Die Breite war fast immer als sog. Small Track Breite ausgelegt. Bei den Straßenrahmen für 4-Personen Fahrzeuge wurden eigentlich nur Wide-Track Chassis verbaut welche als Overslung-Version ausgeführt wurden. Dies brachte dann eine geräumige Karroserie und eine guten Federungskomfort.

 



Die Renn- oder Sportmodelle wie IMP, Sprite, Brookland und MPH wurden immer mit den schmalen Under-slungchassis (smal track) ausgestattet. Es gab bis 1929 die 1.087 ccm Version (9 hp) und danach auch die 1.489 ccm Version (12 hp), dann später die 6 Zylinder Versionen mit 1,5 (15 hp) und 1,8 ltr. Nun wurden aus diesen Modellen sehr oft folgende Rennfeatures abgeleitet:

Doppelvergaseranlage mit gegossener Brücke und 2 * 1,5 SU (auch Versionen mit 6 Einzelvergasern). Hoher Zylinderkopf (sog. Sprite Version) mit grossen Ein- und Auslaßventilen bei der 1,5 ltr. Maschine und den hohen Omega Pistons. Renngetriebe meistens als Pre-Selector-Getriebe von Armstrong Siddeley (siehe Kapitel Getriebe), kurzes Back Axle Ratio. Gekühlte Trommelbremsen vorne und hinten oft schon als Zugstangenversion. Spätere Umbauten sogar hydraulisch (ERA).

Es gab ein Werksteam mit den TT-Sprite Wagen in welchen Fahrer wie Freddie Dixon, Cyril Paul, Senilleau, Delaroche und Von der Becke fuhren und z.B. 1934 in Le Mans den 2 und 3. Platz belegten. Es gab auch entsprechende Abänderungen wie z.B. den weißen Riley von Raymond Mays (später dann Kay Petre die wohl erste Rennfahrerin die auch oft für Werbezwecke eingesetzt wurde), aber auch Dixon und Dobbs Specials welche dann bereits als Single-Seater z.B. mit 2 Liter Rennmaschine, bestückt mit 6 Amal Vergasern, ausgerüstet waren. Parallel hierzu entstanden die ERA-Rennwagen mit Riley Motoren. Über Freddie Dixon wurde auch ein Buch geschrieben: The man with the heart of a lion von David Mason. Auch sehr nett zu lesen.


The White Riley


Die gesamte Geschichte ist in dem Buch "Riley Sports Cars 1926 - 1938" von Graham Robson (siehe auch Links) zusammengefasst.

Die interessanteste Geschichte ist die der Teamwagen des Werksteams von 1933 - 1937. Diese Wagen sind mit den Registrierungen AVC 15-20 bekannt. Es gab auch andere wie KV 5694, KV 5695, KV 6078 und KV 6079. Die Fahrer hier: George Eystone, Cyril Whitcroft, Chris Staniland, Edgare Maclure. Auch Freddie Dixion hatte eigene Fahrzeugkarrosieren auf TT-Rahmen gesetzt. Es modifizierte sehr viel und war sehr pedantisch. Er hatte ein gutes Verhältnis zu Riley und bekam daher oft Vorzugsmaschinen. Ihm ist ein eigenes Buch gewidmet (siehe Links). Im Register ist bekannt das viele Nachbauten existieren. AVC 20 gibt es bereits 3 mal mit der identischen Rahmennummer. Insgesamt gab es aber nur ca. 20 TT Rennwagen und ca. 100 Rahmen. Auch die Anzahl der heute bekannten Brooklands ist wesentlich höher als die tatsächlich gebaute Anzahl. Die Unterscheidung ist oft schwierig. Man sollte sich auf jeden Fall vor einem evtl. Kauf beim Rileyregister unter Angabe der Rahmennummer und Bilder informieren. Alle wichtigen Fahrzeuge sind bekannt und werden aufmerksam verfolgt. Das Riley Register hat alle lebenden Rahmennummern und deren Besitzer gelistet: Das Buch Riley Register Series Vol. 4, the 1 1/2 Ltr. 4 Cylinder Rileys von Vernon Baker kann über das englische Riley Register direkt bestellt werden.

 


Einer der AVCs


Die damaligen Rahmenabmessungen waren 8 foot 1.5-inch Wheelbase und 3 foot 11.75-inch track. Das ist der damals verwendete MPH bzw. IMP - Rahmen mit den damals verwendeten 19 Zoll Reifen. 13 Zoll Bremstrommeldurchmesser und einer Getriebe- Übersetzung der kürzesten Stufe von 6.75 : 1. Die Verdichtung lag bei 11 : 1 für Spezial Benzin (was immer das damals war). Die Ausstattung war auf 2-Sitzer Betrieb ausgelegt. Das Cockpit besaß meist einen riesigen Drehzahlmesser und ein Öldruckanzeiger. Die Luxusvarianten besitzen eine Tankuhr und einen Tacho, ggfs. eine Stoppuhr. Die späteren MPH oder IMP Versionen wurden ca. 100 mal verbaut. Der MPH Prototyp von 1933 und einige Brooklands fuhren auch die Mille Miglia mit (damals und heute).


Wenige Instrumente

Der damalige TT-Rahmen besaß die Abmessungen 8 foot 1.5-inch Wheelbase und 3 foot 11.75-inch track. Das ist der damals verwendete MPH Rahmen mit den damals verwendeten 19 Zoll Reifen. 13 Zoll Brems-trommeldurchmesser. Für den MPH und die wenigen daraus abgeleiteten Wagen (ca. 24) mit Rahmen und Chassisnummer wurde ebenfalls ein Buch geschrieben: The MPH von Robin Cameron, auch über das Register in England zu beziehen für 20 Pounds.

 



Specials:

Sehr häufig wird der Bau eines Specials durchgeführt. Dazu werden Modelle wir der Kestrel oder auch Monaco genommen und zerlegt. Der Rahmen wird oft gekürzt (eigentlich unnötig) um später ein wendiges Fahrzeug zu erhalten. Die Achsen bleiben erhalten. Durch das Kürzen des Rahmens und das zurücksetzen des Motors wird es notwendig die Antriebswelle zu kürzen.

Es sind damals nur ca. 100 Fahrzeuge des TT-Rahmen (für TT oder MPH / IMP) einschließlich Sonder-versionen gebaut worden. Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß einige der angebotenen Rahmen keine Originalrahmen sind. Es wird hier manchmal sehr viel Geld verlangt.

Rahmen umschweissen? Der vordere Teil eines z.B. Monaco Riley 9 entspricht im Wesentlichen den o.a. Details. Oft wird auch wegen der Achsenbreite dieser Rahmen verwendet. Der hintere Teil wird abgeschnitten und gegen ein gerades C-Profil ersetzt. Die Materialstärke ist 4,5 mm. Die beiden Holme laufen hinten konisch zusammen. Brookland Rahmen sind vorne jedoch kpl. anderes und haben einen Absatz. Ein Nachbau ist bei Brookland oft eine komplette Kopie. Ein sehr schönen Einblick bringt das buch "The Production & Competition History of Pre 1939 Riley Motor Car" von Dr. A.T. Birmingham.

Riley 9 Monaco Rahmen / auf dem Kopf liegend

Die TT-Rahmen waren teilweise innen "geboxt", d.h. sie erhielten gelochte Versteifungsbleche um den Rahmen zu verstärken. Die ursprüngliche Lochung entspricht denen des MPH Rahmen. Es gibt nun eine Rahmenzeichnung: